Ducati Panigale V4 Mod.2027

22.10.2026



Ducati Panigale V4 2027: 218 PS, neue Elektronik


Ducati schärft sein Superbike für 2027

218 PS, überarbeitetes Fahrwerk und neue Rennstrecken-Elektronik: Ducati präsentiert die Panigale V4 für das Modelljahr 2027. Die jüngste Evolutionsstufe des Superbikes soll vor allem beim Bremsen, Einlenken und Beschleunigen Vorteile bringen. Auch bei der Individualisierung eröffnet Ducati neue Möglichkeiten.

Nur zwei Jahre nach der Präsentation der siebten Panigale-Generation legt Ducati bereits nach. Für das Modelljahr 2027 hat Ducati zahlreiche Details ihres Superbikes überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Motorleistung, sondern vor allem die bessere Nutzbarkeit der vorhandenen Performance auf der Rennstrecke.

Ducati Panigale V4 2027: Desmosedici Stradale erstarkt auf 218 PS

Der 1.103 Kubikzentimeter große Desmosedici Stradale V4 leistet künftig 218 PS bei 13.500 U/min und stellt sein maximales Drehmoment von 120,6 Nm bei 11.000 U/min bereit. Gegenüber dem bisherigen Modell steigt die Spitzenleistung damit um 2 PS.

Möglich machen das unter anderem eine überarbeitete Abgasanlage, ein vergrößerter Lufteinlass und Anpassungen am Schmierkreislauf zur Verringerung der mechanischen Verluste. Die größten Leistungszuwächse verspricht Ducati zwischen 12.000 und 14.000 U/min. Bei 13.000 U/min sollen sogar 3,5 PS zusätzlich zur Verfügung stehen. Der neue Lufteinlass erhöht den Staudruck bei 300 km/h um 0,6 Prozent. Daraus resultieren laut Ducati bei diesem Tempo weitere 1,3 PS.

Längere Übersetzung und 15.000 Umdrehungen

Neben der reinen Motorleistung widmet sich Ducati auch der Kraftübertragung. Die Sekundärübersetzung wurde von bisher 16/41 auf 17/42 verlängert. Der Drehzahlbegrenzer greift nun auch im zweiten bis fünften Gang erst bei 15.000 U/min ein. Das sind 500 U/min mehr als bisher. Dadurch können Fahrer einzelne Gänge länger ausdrehen und insbesondere auf der Rennstrecke unnötige Schaltvorgänge vermeiden.
Auf der italienischen Rennstrecke Vallelunga benötigt die überarbeitete Panigale V4 laut Ducati dadurch zwei Gangwechsel weniger pro Runde. Wer noch mehr Leistung benötigt, kann zur neuen Akrapovič Full Racing Exhaust PRO greifen. Die Racing-Abgasanlage verspricht zusätzliche 11 PS und 7 Nm, während das Fahrzeuggewicht um 6,6 Kilogramm sinkt.


Neuer Front Frame: Weniger Steifigkeit für mehr Grip

Besonders interessant fallen die Änderungen am Fahrwerk aus. Ducati reduziert die seitliche Steifigkeit des sogenannten Front Frame um zwölf Prozent. Was zunächst nach einem Rückschritt klingt, soll gerade bei hohen Schräglagen Vorteile bringen. Der Rahmen kann seitliche Kräfte besser aufnehmen und unterstützt damit den Kontakt zwischen Vorderreifen und Asphalt. Ducati verspricht mehr Gefühl für das Vorderrad, präziseres Einlenken und höhere Kurvengeschwindigkeiten.

Auch die geänderte Sekundärübersetzung wirkt sich auf das Handling aus. Durch die Anpassung der Kettengeometrie verkürzt sich der effektive Radstand um acht Millimeter. Das soll die Panigale bei schnellen Richtungswechseln handlicher machen. Die Panigale V4 S erhält außerdem neue, einstellbare Lenkerstummel. Für den Rennstreckeneinsatz lassen sich diese um zehn Millimeter anheben. Die höhere Position soll bessere Hebelverhältnisse schaffen und insbesondere bei harten Bremsmanövern und schnellen Richtungswechseln körperliche Anstrengung reduzieren.

Dynamic Engine Brake und Race Brake Control feiern Premiere

Einen wesentlichen Entwicklungsschritt macht die Panigale V4 2027 bei der Elektronik. Ducati führt zwei neue Systeme ein, die vor allem die Bremsphase und den Kurveneingang optimieren sollen.

Das neue Dynamic Engine Brake (DEB) ersetzt die bisherige Engine Brake Control. Mithilfe des Ducati Vehicle Observer (DVO) berücksichtigt das System die tatsächliche Belastung des Hinterreifens und passt die Motorbremswirkung entsprechend an. Dadurch soll sich das Motorrad beim Anbremsen berechenbarer verhalten und auch bei Schräglage mehr Stabilität bieten.

Ergänzt wird das System durch die neue Race Brake Control (RBC). Diese soll den Hinterreifen während der Verzögerung stärker einbinden und den verfügbaren Grip möglichst effektiv ausnutzen. Im Zusammenspiel sollen beide Systeme spätere Bremspunkte und engere Linien beim Kurveneingang ermöglichen. Ducati möchte damit Fahrtechniken, die bislang vor allem professionellen Rennfahrern vorbehalten waren, auch für ambitionierte Hobby-Piloten besser zugänglich machen.

Zur weiteren elektronischen Ausstattung gehören unter anderem Ducati Traction Control DVO, Ducati Slide Control, Ducati Wheelie Control DVO, Race eCBS mit Kurvenfunktion, Ducati Power Launch DVO und Ducati Quick Shift 2.0.

Panigale V4 S 2027: Öhlins-Fahrwerk und 187 Kilogramm

Die Panigale V4 S bleibt die hochwertiger ausgestattete Variante. Sie setzt weiterhin auf das semiaktive Ducati Electronic Suspension 3.0 mit elektronisch geregelten Öhlins-Komponenten. Vorne arbeitet eine Öhlins NPX-30-Gabel, hinten ein TTX-36-Federbein. Auch der Lenkungsdämpfer stammt von Öhlins und wird über das Smart EC 3.0-System gesteuert.

Geschmiedete Aluminiumräder, eine Lithium-Batterie und Brembo Hypure-Monobloc-Bremssättel gehören ebenfalls zur Ausstattung. Als Bereifung dienen Pirelli Diablo Supercorsa V4 mit einem 200/60er-Hinterreifen. Das fahrfertige Gewicht ohne Kraftstoff beträgt bei der Panigale V4 S 187 Kilogramm.

Die Standard-Panigale bringt unter denselben Bedingungen 191 Kilogramm auf die Waage. Sie verwendet eine voll einstellbare 43-mm-Showa-Big-Piston-Gabel, ein Sachs-Federbein und einen Sachs-Lenkungsdämpfer. Statt geschmiedeter Räder kommen Leichtmetall-Gussräder zum Einsatz. Außerdem verfügt sie über eine herkömmliche Blei-Säure-Batterie.

Beiden Varianten gemeinsam sind der 17 Liter fassende Aluminiumtank, das 6,9 Zoll große TFT-Display im 8:3-Format und die fünf Fahrmodi Race A, Race B, Sport, Road und Wet.

Ducati Factory Made: Panigale V4 S individuell ab Werk

Mit dem Modelljahr 2027 nimmt Ducati erstmals auch die Panigale V4 S in das Factory-Made-Programm auf. Käufer können ihr Superbike damit bereits bei der Bestellung umfangreich individualisieren lassen. Zur Auswahl stehen elf Farben, darunter fünf Farbtöne aus dem Ad-Personam-Programm von Lamborghini. Hinzu kommen die beiden Designs Corse und Performance. Neben klassischem Ducati Red und Ducati Yellow stehen beispielsweise Thrilling Black, Arctic White Silk oder das auffällige Viola Pasifae zur Wahl.

Auch technische Komponenten können direkt im Werk montiert werden. Dazu zählen unter anderem die Bremsenpakete Front Brake PRO und PRO+, eine STM-Trockenkupplung sowie verstellbare Fußrasten. Der Vorteil: Die gewünschten Komponenten werden bereits während der Produktion in Borgo Panigale verbaut. Nachträgliche Umbauten beim Händler sind damit nicht mehr notwendig.

Die Panigale V4 / V4S kann ab sofort hier bei Ducati Saarland bestellt werden.


Hier kannst du die Panigale V4 konfigurieren